Wie viele zusätzliche Pakete schafft dein Team am Tag? Kläre das vor der Black-Friday-Planung, einschließlich Rückfragen und Retouren. An dieser Kapazität müssen sich Produktauswahl und Werbung orientieren.

Nutze die folgenden Zeitfenster als Arbeitsvorlage für Herbst 2026 und rechne von deinem Aktionsbeginn zurück. Bei einer Black Week zählt der erste Angebotstag als Start.

Vier bis sechs Wochen vorher: Das Angebot festlegen

Wähle Produkte, deren Bestand und Lieferfähigkeit ihr beurteilen könnt. Prüfe auf Variantenebene: Ein Modell mit viel Restbestand hilft wenig, wenn die beworbene Farbe ausverkauft ist. Halte fest, welche Produkte teilnehmen und welche ausdrücklich ausgenommen sind.

Rechne den Rabatt einschließlich variabler Kosten und zusätzlicher Aktionsausgaben durch. Im Ratgeber zur Rabattkalkulation findest du dafür ein vollständiges Zahlenbeispiel. „Mehr Umsatz“ ist als wirtschaftliches Ziel zu ungenau, wenn von jeder Bestellung weniger übrig bleibt.

Lege Start, Ende und Bedingungen an einer gemeinsamen Stelle für das Team ab. Aus dieser Festlegung entstehen Banner, Angebotsseite und Nachrichten. Das verhindert widersprüchliche Angaben wie „auf alles“ in der Werbung und „ausgenommen Zubehör“ erst im Warenkorb.

Für angekündigte Preisermäßigungen auf Waren gegenüber Verbrauchern verlangt § 11 PAngV grundsätzlich die Angabe des niedrigsten Gesamtpreises der vorausgehenden 30 Tage. Sorge rechtzeitig für eine nachvollziehbare Preishistorie. Die konkrete Preiswerbung einschließlich möglicher Sonderfälle gehört vor Veröffentlichung in eine rechtliche Prüfung.

Zwei Wochen vorher: Den Kaufweg durchspielen

Beginne beim tatsächlichen Werbelink. Landest du auf der richtigen Auswahl? Ist eine nicht teilnehmende Variante erkennbar? Stimmen die Bedingungen auf Produktseite, Warenkorb und im Checkout überein?

Teste einen einfachen Warenkorb und einen gemischten mit teilnehmenden und ausgeschlossenen Produkten. Ergänze einen vorhandenen Rabattcode und prüfe, was wirklich berechnet wird. Shopify dokumentiert Regeln zur Kombination von Rabatten; die bloße Existenz zweier Codes sagt noch nicht, dass sie gemeinsam gelten. Rabattanzeigen lassen sich dort auch bis zum Checkout prüfen, ohne den Kauf abzuschließen.

Schließe außerdem einen vorgesehenen Testkauf über eine geeignete Testumgebung ab. Prüfe Bestellbestätigung, Versandzuordnung und Lageränderung. Beachte bei Shopify: Im Testmodus des Zahlungsanbieters sind keine Live-Bestellungen möglich. Aktiviere ihn deshalb nicht ungeplant im laufenden Verkauf. Stimme Testfenster und Rückkehr zum Normalbetrieb ab; verhindere auch eine echte Auslieferung der Testware.

In der letzten Woche: Fehlerwege statt neuer Funktionen

Jetzt braucht der Shop eine überschaubare Liste offener Fehler. Ein neues Theme oder mehrere neue Apps würden zusätzliche Unbekannte einführen. Behebe zuerst Probleme, die eine Auswahl oder Bestellung verhindern, und wiederhole den betroffenen Test.

Gehe diese Fälle auf einem Smartphone durch:

  • Ein beworbenes Produkt ist inzwischen ausverkauft.
  • Ein Rabattcode ist ungültig oder gilt für den Warenkorb nicht.
  • Eine Lieferadresse liegt außerhalb des vorgesehenen Versandgebiets.
  • Eine Zahlung schlägt fehl und wird erneut versucht.

Prüfe jeweils die Rückmeldung: Erfährt die Person, warum die Auswahl oder Zahlung scheitert, und kann sie ihre Eingabe korrigieren? Notiere den genauen Fehler, damit er vor Aktionsbeginn behoben und erneut getestet werden kann.

Am Aktionstag und danach

Bestimmt, wer Preisfehler korrigiert, Werbung pausiert und Versandfragen beantwortet. Haltet den zuletzt getesteten Zustand fest, damit eine problematische Änderung zurückgenommen werden kann. Prüft nach dem Start eine echte Angebotsseite samt Warenkorb, ohne selbst versehentlich eine Bestellung auszulösen.

Wertet die Aktion erst mit Stornos, Retouren und Zusatzkosten aus. Vergleicht zusätzlich, welche Produkte regulär gekauft wurden und welche nur während der Aktion liefen. Ein hoher Tagesumsatz allein beantwortet diese Fragen nicht.

Für die Prüfung eines begrenzten Kaufwegs mit vorhandenen Analysedaten passt die Shop-Diagnose. Sie ersetzt weder die operative Aktionsplanung noch eine technische Lastprüfung.