Im Shopsystem stehen Bestellungen. Im Analytics-Report steht ein Ereignis mit demselben Namen. Trotzdem müssen die beiden Zahlen nicht dasselbe zählen. Entscheidend ist, wann das Ereignis ausgelöst wird und welche Vorgänge in der jeweiligen Auswertung enthalten sind.
Lege die beiden Berichte nebeneinander und suche für jeden Wert die Zählregel:
| Prüffrage | Was du nebeneinanderlegst |
|---|---|
| Was wird gezählt? | Den fachlichen Vorgang und den technischen Auslöser |
| Wann wird gezählt? | Zeitpunkt des Ereignisses sowie Beginn, Ende und Zeitzone des Reports |
| Welche Fälle fehlen? | Bekannte Erfassungslücken, Filter und Testdaten |
| Wie werden Wiederholungen behandelt? | Erneuter Klick, Seiten-Reload oder wiederholter Übertragungsversuch |
Findest du den Auslöser nicht in der Dokumentation, lass ihn im Code oder in der Trackingkonfiguration prüfen. Bis dahin bleibt offen, ob das Ereignis tatsächlich einen Bestellabschluss zählt.
Ein Klick ist schnell gezählt
Fiktives Beispiel: Ein Formular löst beim Klick auf „Senden“ das Ereignis „Anfrage“ aus. Die E-Mail-Adresse ist ungültig, das Formular wird nicht übermittelt. Im Report steigt der Zähler trotzdem.
Das Ereignis zählt in diesem Fall Sendeversuche. Für eingegangene Anfragen muss es an die bestätigte Speicherung auf dem Server gebunden werden. Auch beim erneuten Aufruf der Danke-Seite darf dieselbe Anfrage nicht nochmals gezählt werden.
Verfolge einen erlaubten Testfall vom Formular bis zum gespeicherten Datensatz. Wiederhole ihn mit einer ungültigen Eingabe und einem erneuten Absendeversuch. Das Ergebnis gehört in ein kurzes Protokoll: erwarteter Vorgang, beobachtetes Ereignis, offene Abweichung. Wer die technische Übergabe von Formularen nachlesen möchte, findet sie in der MDN-Einführung.
Einwilligung und Datenbasis mitprüfen
Wenn Analytics erst nach Zustimmung zählt, beschreibt der Report nicht automatisch sämtliche Vorgänge im Shop. Bei Matomo ist außerdem die Unterscheidung zwischen Tracking-Consent und Cookie-Consent relevant. Tracking-Consent blockiert vor Zustimmung die Trackinganfragen; Cookie-Consent betrifft zunächst die Cookie-Nutzung. Die Matomo-Dokumentation beschreibt diese beiden technischen Einstellungen.
Welche Einstellung auf deiner Website tatsächlich greift, musst du am konkreten Aufbau prüfen. Der Name einer Checkbox sagt darüber wenig aus. Eine rechtliche Bewertung ist ein eigener Arbeitsschritt.
Erst nach diesem Abgleich lässt sich beurteilen, welche Unterschiede plausibel sind und welche eine Korrektur brauchen. Ein brauchbarer Auftrag an die Entwicklung lautet dann zum Beispiel: „Das Anfrageereignis an die bestätigte Speicherung binden und Wiederholungen im Test prüfen.“ Mit „Tracking optimieren“ wäre die Aufgabe weiterhin offen.
Der Analytics-Datencheck umfasst eine Property und bis zu fünf Schlüsselereignisse. Dokumentiere das Ergebnis als Ausgangsbasis. Für einen späteren Quartals-Review brauchst du diese Baseline, sonst beginnt derselbe Vergleich beim nächsten Mal von vorn.