Bei einer Tasche fehlt auf den vorhandenen Fotos die Rückseite. Bei einem Sofa ist unklar, wie viel Raum es einnimmt. Beide Probleme betreffen die Produktdarstellung, brauchen aber nicht automatisch dieselbe Lösung.

Bevor du den Nutzen von 3D berechnest, benenne die fehlende Information. Ein zusätzliches Foto kann eine Rückseite zeigen. Eine drehbare Ansicht hilft beim Betrachten verschiedener Seiten. Eine Vorschau im Raum beantwortet wiederum eine andere Frage als ein Materialkonfigurator.

Vier Leistungen, die leicht verwechselt werden

Ein Produktmodell ist die dreidimensionale Datei. Ein Rendering ist ein daraus erzeugtes festes Bild. Eine interaktive Ansicht macht ein Modell im Browser drehbar. Ein Konfigurator verbindet auswählbare Varianten mit Regeln und gegebenenfalls Preisen. Nicht jede Modellierung enthält automatisch alle diese Ergebnisse.

Mit model-viewer lassen sich Modelle im Browser drehen und in einer AR-Ansicht zeigen. Für die Kostenschätzung bleibt zu klären, ob deine Dateien dafür vorbereitet sind und wer sie in den Shop einbindet.

Prüfe deshalb vor dem Budget: Gibt es bereits verwendbare Modelldaten? Welche Varianten sollen gezeigt werden? Müssen Materialien und Farben später gepflegt werden? Wie wird die Ansicht in den bestehenden Shop eingebunden?

Eine angenommene Shopwirkung durchrechnen

Fiktives Beispiel: 8.000 Besuche pro Monat, 1,5 Prozent Bestellrate und eine angenommene relative Veränderung von 5 Prozent ergeben sechs zusätzliche Bestellungen. Bei 120 Euro Nettobestellwert und 35 Prozent Deckungsbeitrag sind das 252 Euro zusätzlicher Deckungsbeitrag im Monat.

Modell, Darstellung und Integration kosten angenommen insgesamt 2.400 Euro. Neue laufende Kosten fallen nicht an; ein voller Monat bleibt ohne Wirkung. Über zwölf Monate: 11 × 252 Euro − 2.400 Euro = 372 Euro Saldo.

Die Rechnung sagt nichts darüber aus, ob eine 3D-Ansicht die angenommene Veränderung verursacht. Sie zeigt, wie empfindlich die Entscheidung auf deine Annahme reagiert. Bei null Veränderung bleiben die 2.400 Euro Investition ohne den angesetzten zusätzlichen Deckungsbeitrag.

3D-Darstellung als Shop-Szenario rechnen. Wenn Besucher zunächst ein Angebot anfragen, verwende das Modell für Anfragen.

Die gesamte Darstellung gehört ins Budget

Rechne neben der Erstellung auch Webaufbereitung, Einbindung, Prüfung auf Mobilgeräten und die notwendige Pflege mit. Eine große Datei, die den Kaufweg verzögert, muss im Gesamtkontext bewertet werden. Der Ratgeber zu Ladezeiten und Wirtschaftlichkeit erklärt, warum eine technische Kennzahl allein keinen Umsatzbetrag liefert.

Wenn du zusätzlich weniger Retouren erwartest, rechne diese Annahme separat und begründe sie mit passenden Daten. Der vereinfachte Rechner enthält kein Retourenmodell. Prüfe dabei, ob du dieselben Kosten bereits beim Deckungsbeitrag berücksichtigt hast.

Wenn die Modelldatei fehlt

Die Modellierung liefert zunächst die Produktdatei. Daraus entstehen entweder feste Bilder oder eine interaktive Ansicht. Lass dir die benötigten Arbeiten zusammen anbieten. Ist noch offen, was Besucher sehen sollen, beginne im Planer für Produktdarstellungen.