Stell dir folgende fiktive Kaufsituation vor: Eine Kundin sucht eine Jacke und schwankt zwischen zwei Größen. Die Auswahl steht oben auf der Produktseite, die Maßtabelle weit unten hinter „Weitere Informationen“. Sie scrollt zurück, öffnet den Block, merkt sich ein Maß und springt wieder zur Auswahl.

Für diese Entscheidung muss sie zwischen zwei Stellen wechseln. Prüfe an deiner Produktseite, ob die Größenhilfe dort erreichbar ist, wo die Auswahl getroffen wird.

Prüfe eine Aufgabe, bevor du die ganze Seite umbaust

Nimm ein repräsentatives Produkt. Lege fest, was ein Interessent entscheiden muss: die Größe auswählen, das Material beurteilen oder eine Lieferbedingung verstehen. Gehe diesen Weg auf dem Smartphone durch. Am besten mit jemandem, der das Produkt noch nicht kennt.

Notiere die beobachtete Handlung möglichst genau: „Die Person findet die Größentabelle erst nach einem Hinweis.“ An derselben Aufgabe lässt sich später prüfen, ob die neue Platzierung hilft. Das pauschale Urteil „unübersichtlich“ gibt dafür zu wenig her.

Bei der Jacke wäre eine kurze Größenhilfe direkt an der Auswahl ein überschaubarer Entwurf. Die ausführliche Tabelle kann bleiben; ein Verweis verbindet beide Stellen. Passende Überschriften erleichtern das Auffinden von Inhalten. Die W3C-Anleitung zur Inhaltsstruktur erklärt das Prinzip.

Danach dieselbe Aufgabe noch einmal prüfen: Findet die Testperson die Hilfe ohne Hinweis? Kann sie eine Größe wählen und ihre Entscheidung erklären? Das ist aussagekräftiger als die Frage, ob ihr die neue Gestaltung gefällt.

Was du aus dem Befund ableiten darfst

Du hast zunächst ein Problem beim Finden einer Information beobachtet. Wie oft es im Alltag auftritt und ob dadurch Käufe ausbleiben, weißt du noch nicht. Eine Umsatzsumme gehört deshalb nicht an diesen Befund.

Für die nächste Aufgabe reicht die Beobachtung trotzdem aus: Größenhilfe umplatzieren, den Entwurf prüfen und bei der Umsetzung auf Mobilgeräten testen. Falls die Seite zusätzlich langsam lädt oder während der Auswahl springt, braucht das eine technische Untersuchung. Die Web Vitals unterscheiden unter anderem Ladeverhalten, Reaktion und visuelle Stabilität. Ein Labortest und echte Nutzungsdaten liefern dabei unterschiedliche Ausschnitte.

Auch der Warenkorb gehört zu dieser Aufgabe. Steht dort dieselbe Größenbezeichnung? Ist eine Änderung möglich? Ein klarer Text auf der Produktseite hilft wenig, wenn aus „Größe M“ im Warenkorb plötzlich „VAR-02“ wird.

Halte im Bericht die Fundstelle, die beobachtete Handlung und den vorgeschlagenen Test fest. Schreibe offene Annahmen dazu, etwa ob auch andere Besucher an dieser Stelle suchen. Damit kann die Entwicklung die Änderung vorbereiten.

Der Kaufhürden-Check untersucht eine Produktseite und den Warenkorb. Wer bereits passende Analysedaten hat, kann den Kaufweg mit der Shop-Diagnose untersuchen lassen; der qualitative Umfang des kleineren Checks ist darin enthalten. Im Musterbericht siehst du die Trennung von Befund und Vermutung an einem ausgearbeiteten Beispiel.