Das Team möchte eine zusätzliche Filterfunktion bauen. In der Diskussion fällt auf, dass schon die vorhandenen Kategorien unterschiedlich verstanden werden. Vor der Entwicklung soll deshalb geklärt werden, ob Menschen eine passende Auswahl finden und an welcher Stelle sie suchen.
Solche Fragen untersucht UX Research anhand von Gesprächen oder beobachteter Nutzung. Wähle die Methode nach der offenen Entscheidung und danach, ob es schon eine bedienbare Oberfläche gibt.
Interviews und Nutzertests beantworten unterschiedliche Fragen
Wenn du noch nicht verstehst, wie Menschen eine Aufgabe heute lösen, helfen Gespräche über echte Situationen. Frage nach dem letzten konkreten Fall statt nach einer allgemeinen Wunschliste. Die GOV.UK-Anleitung zur Bedarfserkundung beschreibt diesen Ausgangspunkt.
Gibt es bereits eine Oberfläche, lass Personen eine konkrete Aufgabe damit erledigen. Im Filterbeispiel beobachtest du, welche Kategorie sie wählen und wo ihnen eine Auswahl fehlt. Für einen noch nicht entwickelten Ablauf kannst du dafür einen Prototyp verwenden.
Der geeignete Einstieg hängt also am vorhandenen Stand. Nutzerinterviews und Nutzertest sind Alternativen mit unterschiedlichen Voraussetzungen, kein Pflichtpaket.
Das Untersuchungsbudget begründen
Eine Untersuchung kann eine Fehlentscheidung sichtbar machen. Als sichere Ersparnis lässt sich das selten verbuchen: Die Kosten einer nie entwickelten Funktion sind kein Geldzufluss, und ob genau diese Fehlentwicklung eingetreten wäre, weißt du meist nicht.
Die Discovery-Anleitung von GOV.UK beschreibt die Klärung eines Problems, bevor eine Lösung gebaut wird. Für ein Budget bedeutet das: Benenne, welche Entscheidung nach der Untersuchung besser begründet sein soll und welche Arbeit dafür erforderlich ist. Erfinde keinen vermiedenen Schaden, nur damit ein ROI positiv aussieht.
Rechnen, wenn eine konkrete Änderung daraus folgt
Fiktives internes Werkzeug: Ein beobachteter Vorgang dauert bisher sechs Minuten. Bei 200 Vorgängen im Monat fallen 20 Stunden an. Ein geplanter neuer Ablauf würde unter deiner Annahme noch vier Minuten benötigen. Das ergibt rechnerisch rund 6,67 freie Stunden monatlich. Bei 45 Euro Stundenwert sind das 300 Euro Kapazitätswert.
Im Zeitrechner kannst du diese nachgelagerte Annahme untersuchen und Untersuchung, Entwurf sowie Umsetzung gemeinsam als Investition erfassen. Die 300 Euro sind keine automatisch eingesparte Gehaltszahlung. Nach der Umsetzung musst du die neue Bearbeitungszeit tatsächlich messen.
Für eine öffentliche Kaufstrecke passen stattdessen die Modelle für Bestellungen oder Anfragen. Die Forschung selbst bekommt keinen zusätzlichen fiktiven Umsatzbonus.
Eine erste Idee untersuchen
Beschreibe, für wen die Idee gedacht ist und welche Frage vor der Entwicklung geklärt werden muss. Im Planer für Produktentscheidungen kannst du damit ohne Rechenwerte beginnen. Fehlt bisher ein beobachtbarer Ablauf, helfen zunächst Gespräche über die heutige Arbeitsweise.